Wenig Ammo – viel Spaß: Wie Resident Evil das Survival-Genre begründete

ANZEIGE (08. Januar 2019)

Nur zwei Schuss im Magazin, kaum noch Lebensenergie und ein Flur voller Zombies, den es irgendwie zu durchqueren gilt, um nach zwei Stunden panischen Hin und Her-Laufens endlich zum Speicherpunkt zu gelangen: Im Jahr 1996 legte Resident Evil durch eine Handvoll kluger Gamedesign-Entscheidungen die Grundlagen für den Siegeszug des Survival Horror-Genres. Wir zeichnen nach, wie Capcoms Meisterwerk – und sein vielleicht noch einflussreicherer Nachfolger, dessen Remake am 25. Januar in den Läden steht – eine Gameplay-Revolution einleiteten, die bis heute nachhallt.

Das momentan angesagteste Spiele-Genre ist das der Battle Royale-Shooter. Was dabei gerne vergessen wird: PlayerUnknown’s Battlegrounds und Fortnite waren in ihren originären Ausprägungen Survival Horror-Games. PUBG wurde wesentlich von dem ARMA 2-Mod DayZ inspiriert, bei dem Spieler die Zombie-Apokalypse in der ehemaligen Sowjetunion überleben müssen. Und Fortnite war ursprünglich ein deutlich darkerer Survival-Shooter, der meilenweit von seiner heutigen Cartoon-Ästhetik entfernt war.

Der Tod durch einen Riesenmutanten wartet in RE 2 an praktisch jeder Ecke.

Das Battle Royale-Prinzip ist die konsequente Fortführung der Prämisse der ersten beiden Resident Evil-Teile: alleine oder mit einem Partner in einem begrenzten Raum ums Überleben zu kämpfen, in dem jeder Blick hinter eine Tür den schnellen Tod bedeuten kann. Mit diesem Ansatz inspirierte Resident Evil eine neue Generation von Game Designern: Inzwischen könnt ihr den Einfluss nicht nur in anderen Horrortiteln wie Outlast oder The Evil Within sehen, sondern auch in den unzähligen Indie-Rogue- und Dark Souls-Likes, die die digitalen Stores überschwemmen.

Resident Evil entstand 1996 natürlich nicht im luftleeren Raum, sondern wurde seinerseits durch bestehende Titel inspiriert: Bei seiner Horror-Ästhetik bediente es sich bei Splatterhouse, das Backtracking in einem herrschaftlichen Anwesen gab es zuvor schon in der Castlevania-Reihe und in Bezug auf die Rätsel und das Inventarsystem war ohne Frage der erste Alone in the Dark-Teil das große Vorbild.

Verschlossene Türen und zunächst unüberwindbare Hindernisse – Alltag in Survival-Games

Doch Resident Evil brachte erstmals alle Elemente zusammen, die heute auf jeder Checkliste für ein „richtiges“ Survival Horror-Spiel stehen: Knappe Ressourcen, die mittels eines viel zu kleinen Inventars effizient gemanagt werden müssen; ein Level-Design, das euch animiert, direkter Konfrontation mit oftmals übermächtigen Gegner durch Flucht oder Verstecken aus dem Weg zu gehen; und schließlich ein subtiles Storytelling durch verstecke Relikte, Tagebücher und Audioaufnahmen.

Uneinig waren sich die Spieler nur über die für damalige Verhältnisse gewöhnungsbedürftige Steuerung: Fans feierten die klobigen Bewegungen als Teil des realistischen Überlebenskampfes, Hater warfen frustriert den Controller gegen die Wand und widmeten sich zugänglicheren Games.

Doch der Survival Horror-Hype hatte längst die gesamte Spieleindustrie infiziert – nicht zuletzt, weil Resident Evil 2 1998 eindrucksvoll demonstrierte, dass das Rezept nicht nur in geschlossenen Räumen, sondern auch in zunehmend offeneren Welten (wenn auch noch nicht in einer vollständigen Open World) funktionierte.

Resident Evil 2 setzte in Bezug auf die erkundbare Spielwelt neue Maßstäbe.

Die Evolution des gesamten Genres lässt sich auch an den insgesamt rund 20 Sequels und Spin-Offs nachzeichnen: Nach Resident Evil 3 verabschiedete sich Capcom zunehmend von seinen eigenen Genre-Konventionen und gab mit Ausnahme der beiden „Revelations“-Teile linearere Action-Segmenten den Vorzug.

Weil das insbesondere im Fall von Resident Evil 4, das zurecht als eines der besten Spiele aller Zeiten gilt, hervorragend gelang, waren die Nachfolger weniger Survival Horror als vielmehr Action Horror. Erst in Resident Evil 7 besann sich Capcom – als Reaktion auf Fan-Wünsche und wiederum beeinflusst von psychologischen Horrortiteln wie Silent Hill oder PT – wieder auf seine Survival-Roots.

Resident Evil 7 wurde für seine Rückkehr zum ursprünglichen Survival-Gameplay gefeiert.

Mit Spannung erwarten nun Fans der alten Teile sowie Gamer, die zu jung sind, um das Original gespielt zu haben, wie mit dem Remake von Resident Evil 2 ein Klassiker des Survival Horrors in neuem Gewand erstrahlt.

Es deutet alles darauf hin, dass Resident Evil 2 eine Hommage an die Ursprünge des Genres ist und den Klassiker nicht nur grafisch, sondern auch Gameplay-technisch ins 21. Jahrhundert überführt. Eins ist dabei sicher: Das Survival Horror-Genre wird auch in den kommenden Jahrzehnten nicht totzukriegen sein.

Die Inhalte auf dieser Seite wurden von der Redaktion der Ströer Media BRAND VOICE in Zusammenarbeit mit Capcom Germany erstellt.